Atelier auf Zeit 2010 / PrüllageAtelier auf Zeit 2010
Ausstellungen 2010

Atelier auf Zeit 2010

Reinhard Prüllage

Reinhard Prüllage 

tägliche Lesung vom 1. bis zum 30. September 2010: „Der Nazi & der Friseur“ von Edgar Hilsenrath; 

dazu zeigt er neue Fotografien, die im Mai 2010 in Israel entstanden sind.

Der von ‘Mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa’ Rufen getränkte Umgang der deutschen Öffentlichkeit mit den Verbrechen des Dritten Reiches betont immer wieder die absolute Ausnahmestelle dieses gigantischen Völkermords. Doch in den immer noch stattfindenden Genoziden in anderen Teilen der Welt werden diese Verbrechen wiederholt. Prüllage möchte mit seiner Lesung die  Wachsamkeit vor weiteren möglichen Wiederholungen schärfen und die Gefahren aufweisen, die in absoluter und fundamentalistischer Denkweise liegen.
Hilsenrath, dem als direkt Betroffenen diese Form des Umgangs mit der eigenen Geschichte zugestanden werden muss, holt durch seine vollkommen respektlose Darstellung des Dritten Reiches,  des zweiten Weltkriegs, der Endlösung und der Siedlungspolitik der Israelis in Palästina in Form eines zotigen, grauseligen Eulenspiegel-Romans das historische Geschehen in das Alltagsleben zurück, und deckt so mit jedem Lacher, der in der Kehle stecken bleibt, die Gefahr absoluter und fundamentalistischer Denkweisen auf.


Ulrich Schürhaus  

mit der Arbeit "Speicher" im Hof des Kunstvereins.
"Maß und Zahl – In unserer Zeit ist es aufgrund von Schnelllebigkeit und rasanten technischen Entwicklungen für das Individuum zunehmend unmöglich, sich eindeutig zu positionieren oder zu orientieren. Der im niedersächsischen Thuine lebende Künstler Ulrich Schürhaus studierte Malerei und Design an der Fachhochschule für Gestaltung in Münster und arbeitet heute in den Medien Rauminstallation, Objekt, Zeichnung und Malerei. Ein thematischer Schwerpunkt seiner dreidimensionalen Arbeiten liegt in der Frage nach der Beziehung zwischen dem Menschen und dem Raum, in dem er sich bewegt. Oft positioniert er stilisierte Figuren als Stellvertreter für die entindividualisierte, normierte Person in ebenso schematisch organisierten Raumstrukturen, die an Plätze im öffentlichen Raum erinnern, ohne sich aber an konkreten Vorbildern zu orientieren. Ähnlich der Figuren ist auch der Raum stilisiert und aus wenigen Elementen wie Metallplatten oder Stahlschienen symmetrisch gestaltet, so dass die Korrespondenz beider Elemente Fragen nach der Möglichkeit von Individualität und Eigenständigkeit in einer nach Schemata organisierten Welt eröffnet. … " (Auszug) Meike Behm

Das Projekt wird gefördert durch die Emsländische Landschaft e.V. für die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim sowie durch die Stadt Neuenhaus.

Ulrich Schürhaus, Speicher
Ulrich Schürhaus, Speicher
Reinhard Prüllage, Israel 2010
Reinhard Prüllage, Israel 2010
Reinhard Prüllage, Israel 2010
Reinhard Prüllage, Israel 2010
Reinhard Prüllage, Israel 2010
Reinhard Prüllage, Israel 2010
Reinhard Prüllage, Israel 2010
Reinhard Prüllage, Israel 2010
Ulrich Schürhaus, Speicher 2010
Ulrich Schürhaus, Speicher 2010