Wim Bosch, Marten WintersWim Bosch, Marten ...
Ausstellungen 2006

Wim Bosch, Marten Winters

Einladungskarte

Spellbound

12. März bis 7. Mai 2006

Ihre Bilder finden die beiden niederländischen Künstler Wim Bosch und Marten Winters in Kinofilmen, Internet, Fernsehen, Videoclips, Werbekatalogen, Broschüren oder Computerspielen. Wie Fundstücke greifen sie einzelne Elemente oder Sequenzen aus der medialen Bilderflut auf und fügen sie collagenartig zu neuen Zusammenhängen in Filmen oder digitalisierten Fotodrucken - zu neuen Sichtweisen und Bezügen, in denen die bunten, schönen und schnellen Bilder plötzlich ganz trivial und leer erscheinen können.

Wim Bosch (Jahrgang 1960) und Marten Winters (1969) ... verstehen sich als eine Art Bildersammler, die sich aus dem großen Vorrat der Medien bedienen, die den Kontext der Bilder und die Betrachtungsperspektiven verrücken und damit einen eigenen visuellen Kosmos mit einer neuen Sicht auf die Dinge eröffnen. Das provoziert beim Betrachter Nachdenklichkeit und Reflexion der eigenen Wirklichkeit - und führt über den Weg der artifiziellen Veränderung eine Gesellschaft als grau und sprachlos vor, die sich selbst im Schein der rasanten Bilder als überaus kommunikativ und lebendig wähnt.

Winters findet seine Bilder im Internet und in B-Filmen, seine Aufmerksamkeit gilt den Beziehungen zwischen Menschen auf allen kommunikativen Ebenen, besonders aber den Formen der nonverbalen Kommunikation, der Körpersprache. In der Ausstellung "Spellbound" (deutsch: Wie gebannt) stellt er dazu etwa eine Serie von "eingefrorenen" Szenen aus Pornofilmen vor: Standbilder, jenseits exhibitionistischer Handlung und pornografischer Aktion.

Wim Bosch nutzt für seine technisch bestechenden, überaus erzählfreudigen Fotodrucke Werbematerial, Internetfotos und neuerdings auch eigene Fotografien aus seinem direkten Umfeld. Besonders eindringlich und tiefgründig kommen seine wie fein gemalt wirkenden Interieurcollagen aus dem Haushalt und dem Wohnbereich daher.

In seinen Filmen geht es Marten Winters um Menschen in Räumen. "Er zeigt sie in schwülen und unangenehmen Situationen. Die körperliche Interaktion wird zu einer psychologischen. Die Art und Weise, wie er Menschen in intimen, peinlichen und oft klischeehaften Privatsituationen abbildet, könnte man mit 'Sozialporno' umschreiben. Winters zeigt auch, was eigentlich niemand sehen will - etwa das Sterben. In der Serie seiner kurzen Filme "Interlude" spielt er mit cinematografischen Gepflogenheiten. Humor, Tragik und Melancholie wechseln einander ab. Wegen ihrer Klischeehaftigkeit rufen die Bilder eine gewisse Erwartung hervor, die jedoch stets durcheinander gebracht, ironisiert oder nicht erfüllt wird.

Gefördert von der Stadt Neuenhaus und dem Land Niedersachsen.

Wim Bosch
Wim Bosch
Wim Bosch
Wim Bosch
Wim Bosch
Wim Bosch
Marten Winters
Marten Winters
Marten Winters
Marten Winters
Marten Winters
Marten Winters