Robert KlümpenRobert Klümpen
Ausstellungen 2002

Robert Klümpen

Pascha

08. Dezember 2002 bis 2. Februar 2003

Malerei. Einführung: Dr. Bernd Finkeldey, Düsseldorf. 
Der Kunstverein Grafschaft Bentheim zeigt 12 Bilder aus den Jahren 2000 bis 2002. 

"Der Maler Robert Klümpen (Düsseldorf, geb. 1973) schätzt die großen Formate. Seine bisherigen Bilder offerieren sich dem Betrachter mehrheitlich mannshoch, "lebensgroß", im (scheinbaren) Verhältnis "eins zu eins"…. Sie begegnen dem Beschauer zumeist als frontale Tableaus, die eine Art bremsender Draufsicht gewähren, um räumliche Tiefe zentral- oder seitenperspektivisch aus dem Vordergrund der gemalten Fläche heraus zu entwickeln. Diese Anschauung präsentiert sich jedoch nur gelegentlich, wo es ein Lokalkolorit gewissermaßen zu erfordern scheint, plakativ, in beinahe monochromen Zonen. Viel öfter changiert die Farbgebung zwischen hellen und dunklen Tönen, setzt milde oder kräftige Kontraste neben-, ja gegeneinander, konturiert und vitalisiert sie diesen oder jenen Gegenstand, schließlich ganze Bildkompositionen mit einer manchmal überraschenden Liebe zur Nuance und zum Detail.  …  Die Themen, welche Klümpen verbildlicht, muten auf den ersten Blick seltsam vertraut und unspektakulär an.
Denn wer kennt sie nicht, die Warenkolonnen im Supermarkt mitsamt den über ihnen baumelnden Anpreisungen sowie Sortiment hinweisen? Wer griff nicht am Kiosk schon nach Zeitschrift, Zigarette, Bier oder Cola, wer kennt nicht das nächstgelegene "Büdchen"? Wer schwankte nicht schon angesichts der unergründlichen Füllung paarweise aufgereihter, wie ein Schild (im Bild) suggeriert: angeblich "leckerer" Würstchen? Wessen Auge und Nase ließen die horizontal rotierenden, sich von fleischigem Rosa zu knusprigem Goldgelb voranschwitzenden Hähnchenspaliere so oder so ganz unberührt?  …  Dies alles, so trivial, daher leicht dechiffrierbar es anmuten mag, wird freilich in einer Manier dargeboten, der nichts "Realistisches" eignet. Selbst wenn einem Betrachter dieses oder jenes Sujet geläufig erscheint: wiedererkennen kann er hier nichts. Denn als genuiner Maler greift Robert Klümpen Motive des Alltags lediglich auf, um mittels ihrer kleine oder große Bildwelten zu inszenieren, die sich von der vertrauten Wirklichkeit abheben. Im Umgang mit den Elementen des Lebens lautet die Devise des Künstlers: Transformation, Verwandlung, nicht jedoch: Mimesis, Nachahmung. "Realität" wird dabei allenfalls vorgetäuscht, niemals hingegen kopiert. Die bemalte Leinwand bietet eine andere Folie als jene, welche die Lebenswirklichkeit sich zur bedeutungsmäßigen Selbstvergewisserung schafft. Wo fände man je im Alltag so schön leere Abfalleimer, so klinische Kiosk-Fronten, einen so sauberen Hähnchengrill wie in Klümpens Bildern? Kein Schmutz, kein Abfall, kein Dreck stört des Betrachters Genuß. Recht ordentlich, ziemlich hygienisch, manchmal fast steril geht es zu in der Bildwelt dieses Malers, der so zugleich das Banale bannt und dessen Hässlichkeit ästhetisiert, ohne sie aufzuheben. … (Auszüge aus: Hans Peter Thurn ”Anwesende Abwesenheit” in: Robert Klümpen, Gloria. Ausstellungskatalog Fuhrwerkswaage, Köln 2002)

Gefördert durch die Galerien Tedden (Düsseldorf), Triebold (Basel) und Seippel (Köln) sowie Stadt Neuenhaus und Land Niedersachsen.