Rolf SchneiderRolf Schneider
Ausstellungen 2002

Rolf Schneider

Rolf Schneider

16. Februar bis 14. April 2002

Installation "Plejaden", Objekte und Skulpturen.
In Zusammenarbeit mit dem Heidelberger Kunstverein und Zollverein-Ausstellungen Gesellschaft für Zeitgenössische Kunst, Essen.
Einführung: Annette Tietenberg, Frankfurt.

Seine zentrale Arbeit im Kunstverein "Plejaden" ist ein ca. 45qm großes Bodenrelief aus einigen hundert blauen Glasplatten mit neun gelben Sternen. Wie ein Ausschnitt aus dem Firmament mit besagtem Sternbild zieht es sich über den Boden hin und "stellt uns auf den Kopf".

”Nach den anerkannten flugmechanischen Gesetzen kann die Hummel wegen ihrer Gestalt und ihres Gewichtes im Vergleich zur Flügelfläche nicht fliegen. Aber die Hummel weiß es nicht und fliegt trotzdem.”
Dieser Satz war Ausgangspunkt, Titel und Bestandteil einer Installation, die Rolf Schneider 1996 inszenierte. Wen erinnerte wohl dieser Satz, der ebenso wie die meisten Materialien und Fertigteile, die Schneider verwendet, ein Fundstück ist, nicht an jene Geschichte von Petrus, der auf dem See wandeln wollte und just in dem Augenblick ins Wasser fiel, als ihm bewußt wurde, daß das, was er vorhatte, ja völlig unmöglich war?
Der Zugriff auf Vorhandenes ist Teil seines Konzepts. Die Kunstgeschichte des Ready made, des Objet trouvé, der Spurensicherung gehört ebenso wie die von Minimal Art und Konstruktivismus zu den Voraussetzungen von Schneiders Kunst, die dann aber auf eigenwillige Weise über solche Vorbilder hinausgeht. Sein konstruktiver Ansatz gerät nie in die Gefahr der dogmatischen Erstarrung, denn mit den "Friedhöfen des Konstruktivismus" will er nichts zu tun haben.
Schneider hat neue Materialien eingeführt, sich mit dem Thema "Bewegung" auseinandergesetzt, gelbes und blaues Glas, Lippenstift, Tippex sowie narrative Elemente , häufig in Verbindung mit Buchstaben oder Textfragmenten, werden einbezogen. Doch nach wie vor steht im Blickpunkt die Beziehung zwischen Objekt und Umraum. Nie geht es um das Objekt allein.
In vielen Gesprächen hat Rolf Schneider die "Erfindung" des Euklidschen Raumes als die bedeutendste Leistung des menschlichen Geistes bezeichnet. Er sei eine Abstraktion, in der etwas geschaffen wurde, was es in der Natur nicht gibt, was aber gleichwohl ganz und gar in dieser begründet ist, er basiere auf der Logik des rechten Winkels, der anthropologischen und kosmischen Bezugnahme auf Horizontale und Vertikale, auf Anatomie, Verhalten, Agieren und Wahrnehmen des Menschen, auf sein Stehen, Sitzen und Liegen, sein Bezogensein auf den Horizont und sein Bedürfnis, Halt in einem Ordnungssystem zu finden, das der nicht meßbaren Unendlichkeit begegnet.

Katalog

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